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Russian Orthodox Mission Society of st. Serapion Kozheozersky

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Hl. Siluan der Athonit. Nur im Heiligen Geist wird Gott erkannt.


Notwendigkeit der Demut


Groß ist die Liebe, mit der Gott uns liebt. Ich habe es erfahren im Heiligen Geist, Den
der Herr mir aus reinem Erbarmen geschenkt hat. Ich bin ein alter Mann und bereite
mich vor auf den Hingang, und ich schreibe die Wahrheit aus Liebe zu den Menschen.

Der Geist Christi, Den der Herr mir geschenkt hat, will das Heil aller. Er will, dass alle
Gott erkennen.

Der Herr hat dem Schächer das Paradies geschenkt. Desgleichen wird Er es jedem
Sünder schenken, der umkehrt zu Ihm. Durch meine Sünden bin ich schlimmer als ein
räudiger Hund, doch ich begann Gott zu bitten, sie mir zu vergeben, und Er hat mir nicht nur
die Vergebung geschenkt, sondern auch den Heiligen Geist. Und im Heiligen Geist habe ich
Gott erkannt.

Der Heilige Geist ist Liebe. Diese Liebe ist ausgegossen in die Seelen aller Heiligen, die
im Himmel wohnen, und derselbe Heilige Geist lebt auf Erden in den Seelen jener, die Gott
lieben.

O Liebe des Herrn! Es fehlt mir die Kraft, sie zu beschreiben, denn sie ist eine unendliche
und wunderbare Tiefe.

Meine Seele schmachtet auf Erden und sehnt sich nach dem Leben im Himmel.

Der Herr kam herab auf die Erde, um uns dorthin zu erheben, wo Er ist, wo auch seine
Allreine Mutter ist, die Ihm diente auf Erden um unserer Rettung willen, wo Seine Jünger
sind und alle, die Ihm gefolgt sind. Dorthin ruft uns der Herr, trotz unserer Sünden.

Dort werden wir die heiligen Apostel sehen, die verherrlicht wurden, weil sie das
Evangelium verkündet haben. Auch die heiligen Propheten, die heiligen Bischöfe und Lehrer
der Kirche werden wir dort sehen, die gottgeweihten Mönche, die im Fasten kämpften, um die
Demut zu erlangen. Dort sind die Narren um Christi willen, verherrlicht auch sie, denn sie
haben die Welt besiegt.

Dort werden all jene verherrlicht, die sich selbst besiegt haben, die beten für die ganze
Welt und das Leiden der Welt tragen, denn sie sind erfüllt von der Liebe Christi, und die
Liebe erträgt es nicht, dass auch nur eine einzige Seele verlorengeht.

Dort ist es, wo meine Seele wohnen will. Doch nichts Unreines kommt dort hinein. Nur
durch große Leiden gelangt einer dorthin, mit zerbrochenem Geist (Ps 50,19) und vielen
Tränen. Nur die kleinen Kinder, die die Gnade der Heiligen Taufe bewahrt haben, kommen
ohne Schmerzen hinein, und dort erkennen sie, durch den Heiligen Geist, den Herrn.

Wunderbar sind die Werke des Herrn - aus Erde hat Er den Menschen geformt, dem
Staub Sich zu erkennen gegeben durch den Heiligen Geist, sodass der Mensch sagt: "Mein
Herr und mein Gott!" (Joh 20,28). Und er sagt dies voller Glauben und Liebe.

Gibt es etwas Größeres, das die Seele auf Erden suchen könnte?

Es ist ein großes Wunder: plötzlich erkennt die Seele ihren Schöpfer und Seine Liebe.

Wenn die Seele den Herrn sieht, wenn sie sieht, wie sanft und demütig Er ist, demütigt
sie sich bis ins Letzte und begehrt mehr als alles andere die Demut Christi. Solang eine solche
Seele auf Erden lebt, wird sie nicht aufhören, diese unergründliche Demut, die sie nicht
vergessen kann, zu begehren und zu suchen.

*

Erbarmender Herr, gib Deine Gnade allen Völkern der Erde, damit sie Dich erkennen,
denn ohne Deinen Heiligen Geist, vermag der Mensch Deine Liebe weder zu erkennen noch
zu begreifen.

Herr, sende Deinen Heiligen Geist herab auf uns, denn Dich und das Deinige kann man
nur erkennen im Heiligen Geist, Den Du am Anfang Adam schenktest, danach den heiligen
Propheten und danach den Christen.

Herr, bring alle Völker zur Erkenntnis Deiner Liebe und der Sanftheit des Heiligen
Geistes, damit die Menschen den Schmerz der Erde vergessen, damit sie sich lösen von allem
Bösen und sich an Dich binden in Liebe, damit sie in Frieden leben können, indem sie Deinen
heiligen Willen tun zu Deiner Ehre.

*

Der Heilige Geist hat unserer Kirche die Mysterien Gottes offenbart, und sie ist stark kraft
ihres heiligen Wissens und ihrer Geduld.

Die Seele des Orthodoxen wird gelenkt durch die Gnade, die sie lehrt, sich fest an den
Herrn und Seine Allreine Mutter zu binden, und unser Geist erfreut sich an der Anschauung
Gottes, Den er kennt.

Gott wird wirklich erkannt nur im Heiligen Geist, und der Mensch, der sich in seinem
Hochmut anheischig macht, den Schöpfer durch seine eigene Intelligenz zu erkennen, ist
blind und töricht.

Durch unsere eigene Intelligenz vermögen wir nicht einmal zu begreifen, wie die Sonne
erschaffen wurde. Bitten wir aber Gott darum, uns zu offenbaren, wie Er die Sonne gemacht
hat, empfangen wir in unserer Seele klar diese Antwort: "Demütige dich, und du wirst nicht
nur die Sonne erkennen, sondern auch ihren Schöpfer."

Doch wenn die Seele ihren Schöpfer erkennt, vergißt sie vor Freude die Sonne und jede
andere Kreatur, und wendet sich ab von ihren Bemühungen um irdisches Wissen.

Der demütigen Seele offenbart der Herr Seine Geheimnisse (s. Jak 4,6 / 1 Petr 5,5 / Spr
3,34).

Ihr ganzes Leben lang haben die Heiligen sich selbst gedemütigt und gegen den Hochmut
gekämpft.

*

Der Herr liebt den Menschen, und Seine Gnade wird in der Kirche verbleiben bis zur Zeit
des Letzten Gerichts, in derselben Weise, wie sie in ihr war in den vergangenen
Jahrhunderten.

Durch den Heiligen Geist wird der Herr erkannt, und im Heiligen Geist wird Gott geliebt.
Ohne den Heiligen Geist aber ist der Mensch nichts als Staub und Sünde.

Die Gnade des Heiligen Geistes macht den Menschen schon hienieden zum Ebenbild
unseres Herrn Jesus Christus. Doch der Mensch, der sich nicht abwendet von der Sünde und
nicht glaubt, wird zum Ebenbild des Widersachers.

Wie sanft und demütig ist der Herr! Wenn du Ihn sähest, wäre deine Freude so groß, dass
du Ihm sagen möchtest: "Herr, ich zerfließe vor Deiner Gnade". Doch in jenem Augenblick
wärst du außerstand, auch nur ein einziges Wort hervorzubringen, denn deine Seele wäre
verwandelt durch das Überfließen des Heiligen Geistes. So erging es auch dem heiligen
Seraphim von Sarow - als er den Herrn sah, vermochte er nichts zu sagen.

*

Der Herr gebietet uns, Ihn zu lieben aus ganzem Herzen und ganzer Seele (Mt 22,37 / Deut
6,5). Doch wie können wir Den lieben, Den wir nie gesehen haben, und wie können wir jene
Liebe erlernen? Der Herr wird erkannt an Seinem Wirken in der Seele. Wenn der Herr eine
Seele besucht, weiß sie, dass der Geliebte Gast gekommen und wieder gegangen ist. Dann
verlangt die Seele nach Ihm und sucht Ihn unter Tränen: "Wo bist Du, mein Licht, wo bist
Du, meine Freude? Dein Besuch hat einen Duft hinterlassen in meiner Seele, doch Du Selbst,
Du bist nicht in ihr. Meine Seele sehnt sich nach Dir, und mein Herz ist niedergeschlagen und
leidet. Nichts mehr vermag mich zu erfreuen, denn ich habe mich versündigt gegen den
Herrn, und Er hat Sich verborgen vor mir."

Wären wir einfach wie kleine Kinder, würde der Herr uns das Paradies zeigen, und wir
würden Ihn sehen in der Herrlichkeit der Cherubim, der Seraphim, aller himmlischen Mächte
und der Heiligen. Doch wir sind nicht demütig, und deshalb quälen wir uns selbst und unsere
Mitmenschen.

*

Die wahren Altväter sind demütig, so wie Christus. Durch ihre Lebensweise geben sie uns
ein lebendiges Beispiel. Sie haben den Frieden gefunden, und wie der Baum des Lebens im
Paradies ernähren sie viele Menschen mit ihren Früchten, den Früchten jenes Friedens.

Der Baum des Lebens in der Mitte des Paradieses ist Christus. Jetzt ist Er allen zugänglich.
Die ganze Welt kann von Ihm ernährt und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.

Die Nutzlosigkeit der Diskussionen über den Glauben


Einige disputieren über den Glauben, und diese Diskussionen sind endlos. Doch wir
sollen nicht diskutieren, sondern Gott und die Mutter Gottes bitten, und dann wird
der Herr uns erleuchten, und Er wird es in Bälde tun.

Viele Leute haben alle Religionen studiert, doch den wahren Glauben, denjenigen, den wir
haben sollen, haben sie nicht gefunden auf diesem Weg. Demjenigen hingegen, der mit
Demut zu Gott betet, damit der Herr ihn erleuchte, wird Er zeigen, mit welch großer Liebe Er
die Menschen liebt.

Die hochmütigen Menschen meinen, alles mit ihrer Intelligenz begreifen zu können, doch
Gott gewährt es ihnen nicht.

Wir aber kennen den Herrn - Er hat Sich uns offenbart durch den Heiligen Geist, und die
Seele kennt Ihn. Sie ist selig, voller Freude und in Frieden - dies ist unser heiliges Leben.

*

Die Seele, die nicht demütig ist, die sich nicht dem Willen Gottes überläßt, vermag nichts
zu erkennen. Sie wandert von einem Gedanken zum anderen, und so betet sie nie mit reinem
Geist und verherrlicht nicht die Erhabenheit Gottes.

Jene Seele aber, die sich in Demut dem Willen Gottes überliefert hat, sieht Ihn unsichtbar
in jedem Augenblick. All das ist unerklärlich für die Seele selbst, und sie kann nicht darüber
sprechen. Doch sie erfährt die Milde Gottes, und sie weiß, wenn der Herr bei ihr ist. Die
Seele, die sich Ihm überlassen hat, ist wie ein kleines Kind, das jeden Tag seine Nahrung
erhält, ohne zu wissen, woher sie kommt.

Herr, erleuchte Dein Volk durch Deinen Heiligen Geist, damit alle Menschen Deine Liebe
erfahren.

Seit meiner Kindheit liebte ich die Welt und ihre Schönheit. Ich liebte die Bäume, die
blühenden Gärten, ich liebte die Ebenen und die ganze wunderbare Schöpfung Gottes. Ich
liebte es, die weißen Wolken zu betrachten, die vorüberziehen in den blauen Höhen. Doch seit
ich meinen Herrn erkannt habe und Er meine Seele gefangengenommen hat, hat sich alles
verändert in mir. Nun will ich nicht länger die Welt betrachten, denn meine Seele wird
ständig hingezogen zu jener Welt, wo der Herr lebt. Wie ein Vogel im Käfig, so leidet meine
Seele auf Erden. Wie der Vogel seinem engen Käfig entrinnen und wegfliegen möchte in den
tiefen Wald, so brennt meine Seele vom Verlangen, den Herrn wiederum zu sehen. Sie sehnt
sich nach Ihm und ruft: "Wo bist Du, mein Licht? Siehe, ich suche Dich unter Tränen. Wärst
Du mir nicht erschienen, vermöchte ich Dich nicht in solcher Weise zu suchen. Doch Du
kamst zu mir, dem Sünder, und gabst mir Deine Liebe zu kosten. Du gewährtest mir, zu
erkennen, dass Deine Liebe zu uns Dich ans Kreuz führte, und dass Du in Schmerzen starbst
um unsertwillen. Du ließest mich erkennen, dass Du aus Liebe herabgekommen bist aus den
Himmeln auf die Erde, ja bis hinab in die Unterwelt gingst, damit wir Deine Herrlichkeit zu
schauen vermöchten.

*

Welches Glück für uns Christen, einen solchen Gott zu haben!

Wie sehr sind die Menschen zu beklagen, die Gott nicht kennen! Sie sehen das ewige Licht
nicht, und nach dem Tod gehen sie ein in die ewige Finsternis. Wir wissen dies, denn in der
Kirche offenbart der Heilige Geist den Heiligen, was im Himmel ist und was in der Hölle.

O unglückliches und verirrtes Volk! Sie können nicht wissen, was wahre Freude ist.
Zuweilen freuen sie sich zwar und lachen, doch ihr Lachen und ihre Freude werden sich in
Weinen und Leiden verwandeln.

Unsere Freude aber ist Christus. Durch Seine Leiden hat Er uns in das Buch des Lebens
eingeschrieben und im Reich der Himmel werden wir ewiglich bei Gott sein und Seine
Herrlichkeit schauen (s. Lk 10,17, Offb 21,27).
Unsere Freude ist der Heilige Geist. Wie sanft und gut ist Er! Er bezeugt der Seele ihre
Rettung.

O Brüder, ich bitte euch und flehe euch an im Namen der Barmherzigkeit Gottes, glaubt an
das Evangelium und and das Zeugnis der Heiligen Kirche. Und ihr werdet von hienieden an
die Seligkeit des Paradieses kosten, denn das Reich Gottes ist in uns. Wieviele Fürsten und
Könige haben ihren Thron verlassen, nachdem sie die Liebe Gottes gekostet hatten! Und das
ist durchaus verständlich, denn die Liebe Gottes ist ein verzehrendes Feuer. Sie erfreut die
Seele bis zu Tränen durch die Gnade des Heiligen Geistes, und nichts Irdisches ist ihr
vergleichbar.

*

Wir leben auf Erden und sehen Gott nicht, noch auch können wir Ihn sehen. Doch wenn
der Heilige Geist in unsere Seele kommt, werden wir Gott sehen, so wie der heilige
Stephanos, der erste Diakon, Ihn sah (Apg 7,55).

*

Glücklich sind wir orthodoxen Christen, denn wir leben in der Gnade Gottes. Es ist leicht
für uns, den geistigen Kampf zu kämpfen, denn der Herr hat Sich unser erbarmt und uns den
Heiligen Geist geschenkt, Der in unserer Kirche lebt. Eines nur betrübt uns - dass nicht alle
Menschen Gott kennen, dass sie nicht wissen, wie sehr Er uns liebt.

*

Herr, gewähre uns die Gabe Deiner heiligen Demut.

O Demut Christi! Ich kenne dich, doch ich vermag dich nicht zu erreichen. Deine Früchte
sind süß, denn sie sind nicht von dieser Erde.

*

Wenn du dich vollständig gedemütigt hast, wirst du die vollkommene Ruhe finden in Gott.

*

Wenn die Seele demütig ist und der göttliche Geist in ihr wohnt, ist der Mensch
eingetaucht in die Seligkeit der Gottesliebe. Wenn sie solcherart die Barmherzigkeit des
Herrn empfindet, fürchtet sie nichts mehr, kein Unglück dieser Welt, sondern dann will sie
ständig demütig sein vor Gott und den Nächsten lieben. Doch wenn die Seele in Eitelkeit fällt,
endet ihr Glück, denn die Gnade verläßt sie. Nun kann sie nicht mehr in Reinheit beten,
sondern schlechte Gedanken kommen und plagen sie.

*

Warum leidet der Mensch auf Erden, warum ist er niedergedrückt von Kümmernissen und
Übeln?

Wir leiden, weil wir keine Demut haben. In einer demütigen Seele lebt der Heilige Geist,
und Er gibt ihr Freiheit, Frieden, Liebe und Glück.

*

Wenn jemand den Frieden verloren hat und leidet, so bereue er seine Sünden und wende
sich ab davon, und der Herr wird ihm Seinen Frieden schenken.

*

Wenn ein ganzes Volk oder ein Staat leidet, müssen alle ihre Sünden bereuen und sich
abwenden davon, und dann wird Gott alles in Ordnung bringen.

*

Ich vertraue allein der Orthodoxen Kirche. In ihr findet sich die Freude des Heils, die
erlangt wird durch die Demut nach dem Vorbild Christi.

Ich Danke Dir, meinem Herrn und Schöpfer, dass Du mich gedemütigt hast in Deiner Güte
und mir den Weg offenbartest, dem Deine Heiligen gefolgt sind. Du liebst jene, die weinen,
und auf dem Weg der Tränen sind alle Heiligen zu Dir gelangt. Du liebst die Demütigen, und
durch Deine Gnade lehrst Du sie Deine Liebe sowie Deine Demut, die der Schreck unserer
Feinde, der Dämonen, sind.

*

Wir müssen den festen Glauben haben, dass in unserer Kirche alles eingesetzt worden ist
vom Heiligen Geist, und dann wird der Mensch vom Herrn die Gnade empfangen, im Maß
seines Glaubens.

Über die Hirten der Kirche


Nach der Auffahrt des Herrn, heißt es im Evangelium, kehrten die Apostel zurück in
großer Freude (Lk 24,52).
Der Herr weiß, welche Freude Er ihnen gab, und ihre Seele empfand diese Freude mit großer
Intensität.

Ihre erste Freude war, den wahren Herrn, Jesus Christus, zu kennen. Die zweite war, Ihn
zu lieben. Die dritte, das ewige und himmlische Leben zu erfahren. Die vierte, die Rettung der
Welt zu begehren wie ihre eigene. Schliesslich waren sie in der Freude, weil sie den Heiligen
Geist kannten und Ihn am Werk sahen in sich selbst.

Die Apostel durchzogen die Erde und sprachen zum Volk vom Herrn und vom Reich der
Himmel, doch ihre Seelen sehnten sich, beim Herrn zu sein, und deshalb fürchteten sie sich
nicht vor dem Tod, sondern gingen ihm mit Freude entgegen. Sofern sie auf Erden zu leben
begehrten, dann allein aus Liebe zu den Menschen.

Die Apostel liebten den Herrn, und deshalb fürchteten sie keinerlei Schwierigkeiten. Sie
liebten den Herrn, doch sie liebten auch die Menschen, und diese Liebe nahm ihnen alle
Furcht. Deshalb sandte der Herr sie in die Welt, damit sie die Menschen erleuchteten.

Bis heute gibt es Mönche, die die Gottesliebe erfahren und nach ihr streben Tag und
Nacht. Sie dienen der Welt durch ihr Gebet und durch ihre Schriften. Doch diese Aufgabe
obliegt vor allem den Hirten der Kirche, die in sich eine so große Gnade tragen, dass die
ganze Welt voll Bewunderung wäre, wenn die Menschen dieselbe sehen könnten. Doch der
Herr hat sie verhüllt, damit Seine Diener nicht hochmütig werden, sondern in Demut ihr Heil
wirken.

*

Die Bischöfe sind die Erben der Apostel, und durch die Gnade, die ihnen verliehen ist,
führen sie uns zu Christus. Sie lehren uns die Metanie, leiten uns an zur Einhaltung der
Gebote des Herrn. Sie vermitteln uns das Wort Gottes, damit wir den Herrn erkennen. Sie
zeigen uns den Weg des Heils und helfen uns, uns in die Höhen der göttlichen Demut Christi
zu erheben. Sie bringen die Schafe Christi, die sich verirrt haben und leiden, in das Gehege
der Kirche zurück, damit ihre Seelen die Ruhe finden in Gott.

*

Doch obwohl die Bischöfe die Gabe des Heiligen Geistes empfangen haben, begreifen sie
nicht alles in der rechten Weise, und deshalb müssen sie im Fall von Schwierigkeiten den
Herrn bitten, sie zu erleuchten. In Wirklichkeit allerdings folgen sie oft ihrer eigenen
Meinung, womit sie sich versündigen gegen das göttliche Erbarmen und Unruhe säen. Der
heilige Seraphim sagte, dass er, wenn er sich beim Erteilen von Ratschlägen auf seine eigene
Intelligenz stützte, zuweilen Fehler beging. Fehler können geringfügig sein, oftmals aber auch
folgenschwer.

So müssen wir denn alle lernen, den Willen Gottes zu erkennen. Doch wenn wir uns nicht
bemühen, dies zu erlernen, werden wir diesen Weg niemals kennen.

Der Herr sagt: "Ruf Mich an am Tag der Bedrängnis, und Ich werde dich befreien, und du
wirst Mir die Ehre geben" (Ps 49,15). Der Herr erleuchtet den Menschen durch den Heiligen
Geist, doch ohne den Heiligen Geist vermag kein Mensch richtig zu denken. Die Apostel
selbst waren weder stark noch weise vor der Herabsendung des Heiligen Geistes, sodass der
Herr zu ihnen sagte: "Wie lange noch muß Ich euch ertragen?" (Mt 17,17).

Der Wille Gottes und die wahre Freiheit


Das Wertvollste der Welt ist, Gott zu kennen und Seinen Willen zu erfassen, wäre es
auch nur zum Teil.

*

Wie erkennen wir, ob wir gemäß dem Willen Gottes leben? Hier ein Hinweis: Wenn dich
der Verlust irgendeines Dings betrübt, hast du dich noch nicht völlig dem Willen Gottes
überlassen, obwohl du vielleicht den Eindruck hast, nach Seinem Willen zu leben.

Wer nach dem Willen Gottes lebt, macht sich keinerlei Sorgen um irgendetwas. Bedarf er
irgendeiner Sache, überläßt er sich selbst und jene Sache Gott, und wenn er nicht erhält,
wessen er bedarf, bewahrt er dennoch seine Ruhe, so als hätte er empfangen.

Der Mensch, der sich dem Willen Gottes überlassen hat, fürchtet nichts - weder Gewitter,
noch Diebe, gar nichts. Was immer geschieht, er sagt sich: "So hat es Gott gefallen." Ist er
krank, denkt er: "Dies ist das Zeichen, dass ich diese Krankheit nötig habe, sonst hätte Gott
sie mir nicht geschickt." Selbst in der Armut, in der Verfolgung sagt er sich: "So will es Gott,
und ich muß es hinnehmen, meiner Sünden wegen."

Auf diese Weise bewahrt der Mensch den Frieden der Seele und des Leibes.

Wer sich Sorgen macht um sich selbst, kann sich nicht dem Willen Gottes überlassen,
sodass seine Seele den Frieden in Gott finden würde. Doch die demütige Seele überläßt sich
in allem Gottes Willen und lebt vor Ihm in der Furcht und in der Liebe. In der Furcht, um sich
nicht zu versündigen gegen Gott in irgendeinem Ding. In der Liebe, weil sie weiß, wie sehr
der Herr uns liebt.

Das beste aller Werke ist, sich dem Willen Gottes zu überlassen und die Prüfungen zu
ertragen in Hoffnung. Der Herr, Der unsere Mühsal sieht, wird uns niemals über unsere
Kräfte belasten (s. 1 Kor 10,13). Wenn unsere Leiden uns zu schwer erscheinen, so ist dies
das Zeichen, dass wir uns nicht dem Willen Gottes überlassen haben.

*

Die hochmütigen und ungehorsamen Menschen aber wollen sich nicht dem Willen Gottes
überlassen, denn sie lieben es, ihren eigenen Willen zu tun, was überaus schädlich ist für die
Seele. Abba Pimen sagte: "Unser Eigenwille ist wie eine eherne Wand zwischen Gott und
uns, die uns hindert, Ihm zu nahen und Seine Barmherzigkeit zu schauen." 2

*

Wer den Willen Gottes tut, ist zufrieden mit allem, und die Gnade des Herrn macht ihn
frohgemut. Doch jener, der unzufrieden ist mit seiner Lage, sich beklagt über seine Krankheit
oder über denjenigen, der ihn beleidigt hat, muß sich bewusst werden, dass er beherrscht ist
vom Hochmut, der ihm die Dankbarkeit gegen Gott genommen hat.

Doch selbst wenn dies der Fall ist, verlier nicht den Mut, sondern bemühe dich, deine
Hoffnung auf Gott zu setzen und bitte Ihn um eine demütige Gesinnung. Und wenn danach
der demütige Heilige Geist Sich dir naht, wirst du anfangen, Ihn zu lieben, und so wirst du
Ruhe finden.

*

Auf Erden kann niemand dem Leiden entgehen, doch jener, der sich dem Willen Gottes
überlassen hat, erträgt alles ohne Schwierigkeiten. Er sieht die Leiden, doch er hofft auf Gott,
und die Leiden gehen vorüber.

*

Alle sind wir in Mühsal auf Erden und suchen die Freiheit, doch wenige wissen, was
Freiheit ist und wo sie zu finden ist. Auch ich begehre die Freiheit und suche sie Tag und
Nacht. Ich habe erkannt, dass sie bei Gott ist und dass Gott sie denen gibt, die ein demütiges
Herz haben. Demjenigen, der seine Sünden bereut und sich abwendet davon, der seinen
eigenen Willen dem Willen Gottes unterordnet, dem schenkt Gott Seinen Frieden und die
Freiheit, Ihn zu lieben. Und es gibt nichts Besseres in der Welt als Gott und den Nächsten zu
lieben. Hierin findet die Seele Frieden und Freude.

*

O ihr Menschen der Erde, betet und beweint eure Sünden, damit der Herr sie euch vergebe.
Und da, wo die Vergebung ist, da ist auch die Freiheit und die Liebe.

Wenn der Heilige Geist uns unsere Sünden vergibt, empfängt die Seele die Freiheit, zu
Gott zu beten mit reinem Geist. Dann schaut sie Gott ungehindert und bleibt in Ihm in Frieden
und in der Freude. Dies ist die wahre Freiheit. Doch ohne Gott kann es keine Freiheit geben,
denn unsere Feinde plagen die Seele mit schlechten Gedanken.

Die wahre Freiheit ist, in Gott zu sein.

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