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Russian Orthodox Mission Society of st. Serapion Kozheozersky

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Hl. Nektarios. Lehren über das geistige Leben


Der Weg des Glücks


Nichts ist größer als das reine Herz, denn ein solches Herz wird zum Thron Gottes.
Und was könnte erhabener sein als Gottes Thron? Nichts, sicherlich. In bezug auf
jene, die ein reines Herz haben, sagt Gott: "Ich werde in ihrer Mitte wohnen und mit
ihnen wandeln. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden Mein Volk sein" (2 Kor 6,16 / Lev
26,12).

Wer mithin ist glücklicher als solche Menschen? Welches Guten könnten sie ermangeln?
Finden sich nicht alle Güter und die Gnadengaben des Heiligen Geistes in ihren glücklichen
Seelen? Was brauchen sie mehr? Nichts, in Wahrheit, nichts! Denn sie haben in ihrem Herzen
das höchste Gut - Gott Selbst. Wie sehr verirren sich die Menschen, die das Glück weit weg
von sich selbst suchen, in fremden Ländern, auf weiten Reisen, in Reichtum und Ruhm, in
großem Besitz, in Lüsten und Genüssen, im Luxus und all den Eitelkeiten, die in Bitterkeit
enden. Den Turm des Glücks außerhalb unseres Herzens zu bauen, kommt dem Versuch
gleich, ein Haus zu errichten auf einem Boden, der ständig von Erdbeben erschüttert wird. Ein
solcher Bau wird bald zusammenbrechen...

Meine Brüder! Das Glück ist in euch selbst, und selig der Mensch, der das begriffen hat.
Prüft euer Herz und seht, in welcher geistigen Verfassung es sich befindet. Hat es vielleicht
seinen Freimut verloren vor Gott? Protestiert vielleicht das Gewissen gegen die Übertretung
Seiner Gebote? Klagt es euch vielleicht an wegen Ungerechtigkeiten, wegen Lügen, wegen
Vernachlässigung der Pflichten gegenüber Gott und dem Nächsten? Forscht nach, ob nicht
etwa Bosheit und Leidenschaften euer Herz erfüllt haben, ob es nicht etwa auf krumme und
unwegsame Pfade abgerutscht ist...

Derjenige, der sein Herz vernachlässigt hat, entblößt sich leider aller Güter und fällt in eine
Vielzahl von Übeln. Er vertreibt die Freude daraus und erfüllt es mit Bitterkeit, Betrübnis und
Kummer. Er vertreibt den Frieden und erwirbt stattdessen Bangigkeit, Unruhe und Angst. Er
vertreibt die Liebe und erwirbt an ihrer Statt den Hass. Schliesslich vertreibt er alle
Gnadengaben und Früchte des Heiligen Geistes, die er mit der Heiligen Taufe empfangen hat,
und wird zum Vertrauten all jener Übel, die den Menschen erbärmlich und elend machen.

Meine Brüder! Der Allerbarmende Gott will das Glück von uns allen, sowohl in diesem
Leben hienieden als auch im kommenden. Aus diesem Grund hat Er Seine Heilige Kirche
gegründet - damit sie uns reinige von der Sünde, uns heilige und versöhne mit Ihm, damit sie
uns die Segnungen des Himmels schenke.

Die Kirche hält ihre Arme offen, um uns zu empfangen. Eilen wir schnell zu ihr alle, die
wir ein schweres Gewissen haben. Eilen wir hin, und die Kirche ist bereit, uns unsere schwere
Last abzunehmen, uns den Freimut vor Gott wiederzuschenken, unser Herz abermals mit
Glück und Seligkeit zu erfüllen...

Die Heilige Taufe


Alle, die ihr in Christus getauft worden seid, habt Christus angezogen (Gal 3,27).
Welch große Wahrheit sagt uns der Apostel Paulus mit diesen Worten! Die getauften
Christen tragen nicht länger den alten Menschen mit seinen Leidenschaften und
sündigen Begierden, sondern sie sind bekleidet mit dem Neuen Menschen. Sie haben Christus
Selbst angezogen, Der nun in ihren Herzen lebt. Das Wort "angezogen" bezieht sich nicht auf
irgendein äußeres Gewand, sondern auf etwas weit Tieferes, etwas Wesentliches und
Unveräußerliches.

Mit unserem Glauben an Christus und mit unserer Taufe ziehen wir Christus Selbst an und
werden Kinder Gottes, Wohnstätten des Allheiligen Geistes, Tempel Gottes, Heilige und
Vollkommene, Götter der Gnade nach.

Wir haben mithin die Verweslichkeit von uns geworfen und die Unverweslichkeit
angezogen. Wir haben den Menschen der Sünde ausgezogen, und den Menschen der
Gerechtigkeit und der Gnade angelegt. Wir haben den Tod vertrieben und uns in die
Unsterblichkeit gewandet...

Haben wir jedoch auch die großen Verpflichtungen bedacht, die wir mit unserer Taufe auf
uns genommen haben vor Gott? Ist uns bewusst geworden, dass wir Ihm schuldig sind, uns
wie Kinder Gottes und Brüder unseres Herrn zu benehmen? Dass wir Ihm schuldig sind,
unseren Willen in Einklang zu bringen mit dem Willen Gottes? Dass wir als Seine eigenen
Kinder frei bleiben müssen von der Sünde? Dass wir Ihm schulden, Ihn zu lieben mit unserer
ganzen Kraft, aus der Tiefe unserer Seele und unseres Herzens? Dass wir Ihm schulden, Ihn
anzubeten und uns zu sehnen nach der Einswerdung mit Ihm auf immer? Haben wir in
Wahrheit bedacht, dass unser Herz überflutet sein muß von der Liebe, sodass diese auch auf
unseren Nächsten überfließt? Sind wir gewahr, dass wir zu Heiligen und Vollkommenen
werden müssen, zu Ebenbildern Gottes, zu wahren Kindern Gottes und Erben des Reichs der
Himmel?

Wir sind gehalten, um all das zu kämpfen, damit wir uns nicht als der Berufung Gottes
Unwürdige und als Verworfene erweisen.... Ja, meine Brüder! Kämpfen wir mit Eifer und
Selbstverleugnung darum, damit wir siegen! Keiner von uns verliere den Mut, keiner sei
nachlässig, noch furchtsam, keiner schrecke zurück vor den Hürden des geistigen Kampfes.
Denn als Helfer haben wir Gott, Der uns stärkt auf dem mühsamen Weg der Tugend.

Der geistige Kampf


Ziel unseres Lebens ist, zu Vollkommenen und Heiligen zu werden, uns als Kinder
Gottes und Erben des Reichs der Himmel zu erweisen. Sehen wir uns vor, damit wir
nicht um des gegenwärtigen, vergänglichen Daseins willen das künftige und ewige
verlieren, damit wir nicht wegen der Sorge und Bemühung um das Alltägliche das Ziel
unseres Lebens verfehlen.

Fasten, Wachen und Beten an sich allein bringen nicht die ersehnten Früchte, sind sie
doch nicht das Ziel unseres Lebens, sondern die Mittel, um das Ziel zu erreichen.

Schmückt eure Lampen mit Tugenden. Ringt darum, die Leidenschaften der Seele abzulegen.
Reinigt euer Herz von jedem Schmutz und bewahrt es rein, damit der Herr komme
und Wohnung nehme in euch, damit der Heilige Geist euch überflute mit den göttlichen
Gaben.

Meine geliebten Kinder, diesen Dingen gelte eure ganze Beschäftigung und Sorge. Diese
seien euer Ziel und euer unermüdliches Streben. Um diese betet zu Gott.

Sucht jeden Tag den Herrn, doch inwendig, in eurem Herzen, nicht außerhalb davon. Und
wenn ihr Ihn gefunden habt, steht aufrecht mit Furcht und Zittern, wie die Cherubim und die
Seraphim, denn euer Herz ist zum Thron Gottes geworden. Doch damit ihr den Herrn finden
könnt, müßt ihr euch niedrig machen bis zur Erde hinab, denn den Herrn ekelt vor den
Hochmütigen. Die Demütigen von Herzen aber liebt Er und besucht Er.

Wenn du den guten Kampf kämpfst, wird Gott dich stärken. Während des Kampfes
erkennen wir unsere Schwächen, Mängel und Fehler. Er ist der Spiegel unserer geistigen
Verfassung. Wer nicht gekämpft hat, hat sich selbst nicht erkannt.

Achtet auch auf die kleinen Verfehlungen. Wenn ihr aus Unachtsamkeit in eine Sünde
fallt, verzweifelt nicht, sondern steht sogleich auf und werft euch nieder vor Gott, Der die
Macht hat, euch aufzurichten.

Wir haben in uns Schwächen, Leidenschaften und Fehler, die tief verwurzelt sind, und
viele sind auch ererbt. All das wird nicht beseitigt durch eine verkrampfte Bewegung, noch
auch mit Ungeduld und tiefer Trübsal, sondern mit Geduld und beharrlichem Bemühen, mit
Standhaftigkeit, Sorgsamkeit und Achtsamkeit.

Übermäßige Betrübnis trägt verborgenen Hochmut in sich. Deshalb ist sie schädlich und
gefährlich, und oftmals wird sie vom Teufel verschärft, um dem Kämpfer den Weg
abzuschneiden.

Der Weg, der zur Vollkommenheit führt, ist lang. Betet zu Gott, damit Er euch stärke. Übt
Geduld angesichts eurer Stürze, und nachdem ihr ohne Verzug aufgestanden seid, eilt weiter
und bleibt nicht stehen am Ort, wo ihr gefallen seid, indem ihr wie Kinder untröstlich weint
und jammert.

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt (Mt 26,41). Verzweifelt nicht, wenn
euch immer wieder die alten Sünden übermannen. Viele von diesen sind sowohl von ihrer
Natur her als auch wegen der Gewohnheit hartnäckig. Doch im Laufe der Zeit und mit dem
sorgfältigen Bemühen werden sie besiegt. Laßt euch nicht zur Verzweiflung bringen durch
irgendetwas.

Versuchungen


Die Versuchungen werden zugelassen, damit die verborgenen Leidenschaften zum
Vorschein kommen, sodass sie bekämpft werden können und die Seele geheilt wird.
Auch sie sind mithin ein Zeichen des göttlichen Erbarmens. Deshalb überlaß dich
mit Vertrauen den Händen Gottes und suche Seine Hilfe, damit Er dich stärke in deinem
Kampf. Das Hoffen auf Gott führt niemals zur Verzweiflung. Die Versuchungen verhelfen
zur demütigen Gesinnung. Gott kennt die Belastungsfähigkeit jedes einzelnen von uns und
erlaubt die Versuchungen im Maß unserer Kräfte. Doch sorgen auch wir selbst dafür, dass
wir wachsam und achtsam sind, damit wir uns nicht selbst in Versuchung bringen.

Vertraut euch Gott an, dem Guten, dem Starken, dem Lebendigen, und Er wird euch zur
Erquickung führen. Nach den Prüfungen folgt die geistige Freude. Der Herr wacht über jene,
die Prüfungen und Betrübnisse um Seiner Liebe willen ertragen. Deshalb verzagt nicht und
ängstigt euch nicht.

Ich will nicht, dass ihr euch betrübt und aufregt wegen dem, was entgegen eurem Willen
geschieht, wie gerecht letzterer auch sein mag. Eine solche Betrübnis zeugt vom
Vorhandensein von Egoismus. Hütet euch vor dem Egoismus, der sich unter dem Gewand der
Gerechtigkeit verbirgt. Hütet euch auch vor der ungebührenden Betrübnis, die nach einem
gerechten Tadel ersteht. Übermäßige Betrübnis über solches stammt vom Versucher. Eine
einzige wahre Betrübnis gibt es - jene, die entsteht, wenn wir die elende Verfassung unserer
Seele wirklich erkennen. Alle anderen Betrübnisse haben überhaupt nichts zu tun mit der
Gnade Gottes. Achtet darauf, in eurem Herzen die Freude des Heiligen Geistes zu beschützen,
und erlaubt dem Widersacher nicht, sein Gift hineinzugießen. Habt acht! Habt acht, damit das
Paradies, das in euch ist, nicht etwa zur Hölle werde!

Gebet


Das hauptsächlichste Werk des Menschen ist das Gebet. Der Mensch wurde
erschaffen, damit er Gott besinge. Dies ist das Werk, das ihm angemessen ist. Dies
allein erklärt seine geistige Existenz. Dies allein rechtfertigt seine überragende
Stellung innerhalb der Schöpfung. Der Mensch wurde erschaffen, damit er Gott anbete und
teilhabe an Seiner göttlichen Gutheit und Seligkeit.

Als das Abbild Gottes, das er ist, sehnt er sich nach Gott und eilt, sich emporzuschwingen
zu Ihm. Das Gebet und der Hymnengesang erfreuen ihn. In ihnen jubelt sein Geist und sein
Herz springt. Je mehr er betet, desto mehr entledigt sich seine Seele der weltlichen Gelüste
und füllt sich mit himmlischen Gütern. Und je mehr sie sich entfernt vom Weltlichen und von
den Genüssen des irdischen Daseins, desto mehr gewinnt sie himmlischen Frohmut. Diese
Wahrheit wird bestätigt durch das, was wir erleben und erfahren.

Gott findet Wohlgefallen an jenen Gebeten, die Ihm auf gebührende Weise dargebracht
werden, das heißt mit dem Bewußtsein unserer Unvollkommenheit und Unwürdigkeit. Doch
das Vorhandensein eines solchen Bewußtseins setzt die gänzliche Absage an unser böses
Selbst und die Unterordnung unter Gottes Gebote voraus. Es erfordert Demut und
ununterbrochene geistige Arbeit. Stellt alle eure Sorgen Gott anheim. Er sorgt vor für euch.
Werdet nicht kleinmütig, regt euch nicht auf. Derjenige, Der die verborgenen Tiefen der Seele
der Menschen prüft, weiß auch um eure Sehnsüchte, und Er hat die Macht, sie so zu erfüllen,
wie Er weiß. Was euch betrifft, bittet Gott und verliert nicht euren Mut. Glaubt nicht, dass ihr,
weil eure Sehnsucht eine heilige ist, das Recht habt, euch zu beschweren, wenn eure Gebete
nicht erhört werden. Gott erfüllt eure Sehnsüchte auf eine Weise, die ihr nicht kennt. Beruhigt
euch daher und ruft Gott an.

Die Gebete und Bitten an sich allein führen uns nicht zur Vollkommenheit. Zur
Vollkommenheit führt der Herr, Der Wohnung nimmt in uns, wenn wir Seine Gebote erfüllen.
Und eines der ersten Gebote ist, dass wir in unserem Leben nicht unseren Willen, sondern
Gottes Willen vollstrecken sollen, und zwar mit derselben Genauigkeit, wie ihn im Himmel
die Engel vollstrecken. Sodass auch wir sagen können: "Herr, nicht wie ich will, sondern wie
Du willst" (Mt 26,39) und: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden (Mt 6,10).
Wenn mithin nicht Christus in uns ist, führen unsere Gebete und Bitten in die Verblendung.

Frieden


Der Friede ist ein göttliches Geschenk, das in Fülle denjenigen gewährt wird, die sich
mit Gott versöhnen und Seine göttlichen Satzungen erfüllen.
Der Friede ist Licht, und er flieht vor der Sünde, die Finsternis ist. Ein sündiger
Mensch findet niemals Frieden.

Kämpft gegen die Sünde und laßt euch nicht verstören durch den Aufstand der Leidenschaften
in euch. Denn wenn ihr siegt im Kampf gegen sie, wird dieser Aufstand der Leidenschaften
für euch zum Anlaß einer neuen Freude und eines neuen Friedens geworden sein.

"Strebt nach dem Frieden mit allen, strebt auch nach der Heiligung, ohne die keiner den
Herrn schauen wird" (Hebr 12,14).

Friede und Heiligung sind zwei unerläßliche Voraussetzungen für jeden, der sich glühend
sehnt, das Antlitz Gottes zu schauen. Der Friede ist das Fundament, auf das sich die Heiligung
stützt.

Die Heiligung bleibt nicht in einem erregten und zornigen Herzen. Wenn der Zorn im
Herzen verweilt, bringt er Feindschaft und Hass gegen den Nächsten hervor. Deshalb ist
rasche Versöhnung mit unserem Bruder geboten, damit wir nicht die Gnade Gottes verlieren,
die unser Herz heiligt.

Wer in Frieden ist mit sich selbst, ist auch in Frieden mit seinem Nächsten, in Frieden auch
mit Gott. Ein solcher Mensch ist geheiligt, denn Gott Selbst wohnt in ihm.

Liebe


Strebt nach der Liebe. Erbittet tagtäglich von Gott die Liebe. Zusammen mit der Liebe
kommt auch die ganze Fülle der Güter und Tugenden. Liebt, damit auch ihr von den
anderen geliebt werdet. Gebt Gott euer ganzes Herz, damit ihr in der Liebe bleibt. Wer
in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm (1 Joh 4,16).

Es obliegt euch, mit großer Sorgfalt über eure gegenseitigen Beziehungen zu wachen und
einander zu achten als heilige Personen, als Abbilder Gottes. Schaut nie auf den Körper oder
auf dessen Schönheit, sondern auf die Seele. Behütet das Gefühl der Liebe, denn wenn das
Herz nicht erwärmt wird vom reinen Gebet, läuft die Liebe Gefahr, fleischlich und
unnatürlich zu werden, sie läuft Gefahr, den Geist zu verdunkeln und das Herz zu verbrennen.

Jeden Tag müssen wir prüfen, ob unsere Liebe nicht etwa aus etwas anderem stammt als
aus dem Band unserer gemeinsamen Liebe zu Christus, aus der Fülle unserer Liebe zum
Herrn. Wer sorgfältig darüber wacht, die Liebe rein zu bewahren, wird behütet vor den Fallen
des Bösen, der versucht, die christliche Liebe allmählich in eine profane und sentimentale
Liebe zu verwandeln.

Unterscheidung


Ich empfehle euch, in allem Unterscheidung und Besonnenheit zu üben. Meidet die
Extreme. Jede Strenge muß im Einklang sein mit dem Maß der Tugend. Wer keine
großen Tugenden hat, aber seinen Kampf zusammen mit den Vollkommenen führt, weil
er in Strenge leben will wie die heiligen Asketen, der läuft Gefahr, dem Hochmut zu verfallen
und zu stürzen. Deshalb - führt euren Kampf mit Unterscheidung und erschöpft den Leib
nicht mit übermäßigen Anstrengungen. Bedenkt, dass die körperliche Askese bloß ein Mittel
ist, um der Seele zu helfen, die Vollkommenheit zu erlangen. Die Vollkommenheit selbst aber
wird hauptsächlich durch den Kampf der Seele erlangt. Spannt die Sehne nicht über das Maß.
Wißt, dass Gott Sich nicht erpressen läßt zu Seinen Gaben. Er gibt sie, wann Er will. Was wir
empfangen, empfangen wir als Geschenk des göttlichen Erbarmens.

Strebt nicht danach, mit großen Askesen große Höhen zu erreichen, ohne Tugenden zu
besitzen, denn so lauft ihr Gefahr, eurer Überhebung und Tollkühnheit wegen in Verblendung
zu fallen. Wer göttliche Gnadengaben und hohe Kontemplationen sucht, während er noch mit
Leidenschaften beladen ist, wird wie ein eingebildeter Tor in die Irre geführt. Vor allem
anderen obliegt ihm, um seine Läuterung zu kämpfen. Die göttliche Gnade sendet ihre Gaben
als Lohn denjenigen, die sich geläutert haben von ihren Leidenschaften. Sie besucht sie
unauffällig zu einer Stunde, die sie nicht wissen.

Hochmut


Der Hochmut des Geistes ist der Hochmut des Satans, der Gott verleugnet und den
Heiligen Geist lästert. Deshalb auch ist er sehr schwer zu heilen. Er ist eine tiefe
Finsternis, die die Augen der Seele hindert, das Licht zu sehen, das in ihr ist und
das zu Gott führt, zur Demut, zur Sehnsucht nach dem Guten.

Der Hochmut des Herzens dagegen ist nicht ein Abkömmling des satanischen Hochmuts,
sondern wird durch verschiedene Umstände und Ereignisse erzeugt: Reichtum, Ruhm, Ehren,
geistige und körperliche Gaben (Intelligenz, Schönheit, Kraft, Geschick usw.). All das bringt
unvernünftige Menschen dazu, sich zu überheben und aufzublasen, sodass sie der Eitelkeit
verfallen, doch ohne deswegen auch gottlos zu sein... Oftmals erbarmt Sich Gott solcher
Menschen, sie werden gezüchtigt und kommen zur Besinnung. Ihr Herz wird zerbrochen und
hört auf, nach Ruhm und eitlen Dingen zu streben, und so werden sie geheilt.

Euer geistiges Werk sei die Erforschung eures Herzens. Nistet darin etwa wie eine giftige
Schlange der Hochmut, jene Leidenschaft, die so viele Übel hervorbringt, die jede Tugend
abtötet und alles vergiftet? Diesem luziferischen Übel muß sich eure ganze Sorge zuwenden.
Seine Erforschung werde euch zum ununterbrochenen Werk, bei Tag und bei Nacht.

Es entspricht, glaube ich, der Wahrheit, wenn ich sage, dass unser ganzes geistiges
Bemühen darin besteht, den Hochmut und seine Abkömmlinge aufzuspüren und auszurotten.
Wenn wir davon befreit werden und die demütige Gesinnung inthronisieren in unserem
Herzen, dann haben wir alles gewonnen. Denn wo die wahre, Christus gemäße Demut ist, dort
sind auch alle anderen Tugenden zusammengenommen, die uns erheben zu Gott.

Über den christlichen Edelmut


Den Christen ist vom Herrn geboten, Heilige und Vollkommene zu werden (Mt 5,48 /
Lev 19,1). Vollkommenheit und Heiligkeit werden zuerst tief eingeprägt in die
Seele des Christen, und von dort prägen sie sich in der Folge auch seinen Gedanken
ein, seinen Sehnsüchten, seinen Worten, seinen Taten. So fließt die Gnade Gottes, die in der
Seele ist, auf das ganze äußere Wesen über.

Der Christ muß edelmütig sein gegen alle. Seine Worte und Werke müssen die Gnade des
Heiligen Geistes ausstrahlen, Der in seiner Seele wohnt, damit seine christliche Lebensführung
bezeugt und der Name Gottes verherrlicht werde.

Wer gemäßigt ist in seinen Worten, ist auch gemäßigt in seinen Werken. Wer die Worte
prüft, die er sagen wird, prüft auch die Taten, die er ausführen wird, und niemals wird er die
Grenzen guten und tugendvollen Verhaltens überschreiten.

Die gnadenerfüllten Worte des Christen kennzeichnen sich durch Feinfühligkeit und
Edelmut. Diese sind es, die Liebe hervorrufen, Frieden und Freude bringen. Geschwätz dagegen
erzeugt Haß, Feindschaften, Betrübnisse, Streit, Unruhen und Kriege.

Seien wir daher stets edelmütig. Kein böses Wort komme von unseren Lippen, kein Wort,
das nicht gesalzen ist mit der Gnade Gottes. sondern allezeit Worte voller Gnade, gute Worte,
die Zeugnis ablegen vom Adel gemäß Christus und von der Kultur unserer Seele.

Doxologie


Dem Christen obliegt, Gott sowohl mit seinem Leib als auch mit seinem Geist zu
lobpreisen. Denn beide gehören Gott, und deshalb steht es ihm nicht zu, sie zu
entweihen oder zu verderben. Vielmehr muß er von beiden Gebrauch machen als
von etwas Heiligem und Gott Geweihtem, unter vielen Danksagungen.

Wer stets eingedenk ist, dass sein Leib und sein Geist Gott gehören, empfindet vor ihnen
eine gewisse Ehrfurcht, eine heilige Scheu, und dies trägt dazu bei, dass er beide rein bewahrt
vor jeder Beschmutzung, in ununterbrochener Kommunion mit Dem, Der sie heiligt und
stärkt.

Der Mensch lobpreist Gott mit seinem Leib und seinem Geist zuallererst dann, wenn ihm
bewusst wird, dass er von Gott geheiligt und angenommen worden ist. Sodann wenn er seinen
Willen in Einklang bringt mit dem Willen Gottes, indem er stets das Gute und Gottgefällige
tut und den perfekten Willen Gottes vollstreckt. Ein solcher Mensch lebt nicht für sich selbst,
sondern für Gott. Er wirkt auf Erden für das Reich Gottes. In allem verherrlicht er Gott, mit
Worten und mit Werken. Was er tut, tut er zum Wohl seiner Mitmenschen, und so wird sein
Tun zum Anlaß für die Lobpreisung des göttlichen Namens. Sein Leben, durchstrahlt vom
göttlichen Licht, leuchtet wie eine helle Lampe. So wird seine Lebensführung zum
Wegweiser zu Gott für jene, die Ihn noch nicht kennen.

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